Ausgangssituation

Durch den Klimawandel ist die Umweltpolitik auch in Unternehmen ein zentrales Thema des 21. Jahrhunderts. Die Gesellschaft fordert mehr Nachhaltigkeit und Unternehmen übernehmen Verantwortung für Mitarbeiter und Umwelt, indem sie in Sustainability-Projekte investieren. Vor allem Ballungsräume mit großen Ansammlungen an Unternehmen haben seit geraumer Zeit Schwierigkeiten mit hohen Verkehrsaufkommen. Kilometerlange Staus und Parkplatzprobleme sind die Folge. Dadurch ergeben sich sowohl für Kommunen als auch für Arbeitnehmer und Arbeitgeber große Probleme: Kommunen haben mit Luftverschmutzung und Lärmbelästigungezu kämpfen, Arbeitnehmer haben teils hohe Zeitverluste und kommen häufig bereits gestresst am Arbeitsplatz an und Arbeitnehmer müssen mit Produktivitätsverlusten und unzufriedenen Mitarbeitern rechnen. Letzteres kann sogar dazu führen, dass Unternehmen erheblich an Attraktivität unter wichtigen Fachkräften verlieren. In vielen Fällen sind die Probleme jedoch hausgemacht. Durch starre Arbeitszeiten und Schichtpläne sowie ein unzureichendes Angebot an Kommunikationskanälen für die eigenen Mitarbeiter und zwischen benachbarten Firmen (z.B. in Industriegebieten) verursachen viele Unternehmen die Staus teilweise mit, unter denen sie und ihre Mitarbeiter leiden.

Lösungsansatz

Unternehmen, die sich zum Ziel gesetzt haben, soziale Verantwortung zu übernehmen und den Umweltschutz nachhaltig in ihrer Unternehmenskultur zu verankern, können ihre Arbeitnehmer durch ein auf die Förderung von nachhaltigem Verhalten angelegtes digitales soziales Netzwerk hierbei unterstützen. Über dieses Netzwerk in Form der App „myQommute“ können Informationen, beispielsweise über Staus, Alternativrouten, öffentliche Verkehrsmittel u. a. verteilt und ausgetauscht werden. Außerdem haben Mitarbeiter eine zusätzliche Möglichkeit, über die App Fahrgemeinschaften zu bilden und können somit dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen zu verringern. Über ein Bonussystem (Zeitmeilen) wird ein stauvermeidendes Verhalten der Nutzer (z.B. Fahrten vor oder nach der Rush Hour, Bildung von Fahrgemeinschaften, Ride Sharing) belohnt. Durch die Förderung von Kommunikation und Abstimmung zwischen Nutzern der App erfolgt eine Stärkung des sozialen Raums. Durch die Incentivierung kann zum einen das Mobilitätsverhalten der Nutzer hin zu ressourcenschonendem Pendeln beeinflusst werden, was den Kommunen zugute kommt. Zum anderen kann die Verkehrslage entzerrt werden, so dass die Arbeitnehmer weniger gestresst zum Arbeitsplatz kommen, wodurch auch die Arbeitgeber profitieren. Zudem motiviert die Incentivierung die Nutzer, die Funktionalitäten der App zu nutzen, da sie so Zeitmeilen erhalten, die sie in Prämien eintauschen können und anhand derer sie sich spielerisch mit Kolleginnen oder anderen Abteilungen messen können.

Eine große Herausforderung stellt zunächst die notwendige Datengewinnung dar. Es werden Daten über typische Verkehrssituationen zu verschiedenen Uhrzeiten, öffentliche Verkehrsmittel, Arbeitszeiten, Wohnorte der Mitarbeiter u. a. benötigt. Weitere Voraussetzung ist die Beteiligung einer kritischen Anzahl an Unternehmen und Mitarbeitern sowie die Unterstützung durch die betroffenen Kommunen. Deshalb ist es notwendig, allen genannten Akteuren die Chancen eines solchen Netzwerkes zu vermitteln (bspw. geringere Belastungen für die Verkehrs-Infrastruktur, weniger Lärm- und Luftbelastung, Kostenersparnisse bei Kommunen und Arbeitnehmer, Umweltschutz, Erhöhung der Arbeitsmotivation und viele mehr).